Anfang
Anfang der 50er Jahre entstand im niederländischen Den Hag mit Madurodam die erste Miniaturbauten-Anlage in Europa. Sie wurde schnell zu einem Erfolg und mag den düsseldorfer Architekten Will Dommel (1914-1988) bei der Gründung einer ähnlichen Anlage unter dem Namen Minidomm beeinflusst haben. Der Name Minidomm leitet sich von Miniatur und Dommel ab.

Mit der Planung von Minidomm begann Dommel etwa Mitte der 50er Jahre. Dazu holte er sich erfahrene Handwerker, die anhand von Originalplänen, bzw. Fotos die Objekte detailgetreu im Formal 1:25 nachbauten. Zunächst konzentrierte man sich im Wesentlichen auf den Bau herausragender Gebäude der deutschen Geschichte, sowie der ehemaligen deutschen Ostgebiete. Das Gelände in Breitscheid (ab 1975 Stadtteil von Ratingen bei Düsseldorf) lag verkehrsgünstig am Schnittpunkt der Autobahnen 3 und 52 und der Bundesstraße 1. Auf sumpfigem Boden errichtet, waren zur Befestigung der 120.000 qm etwa 1.400 Wagenladungen Kies und Sand nötig.

1967 bis Mitte der 80er Jahre
Am 02.04.1967 öffnete Minidomm die Pforten. Statt der geplanten 18 Millionen DM (9,2 Millionen €) lagen die Kosten inzwischen bei 26 Millionen DM (13,3 Millionen €). Zentraler Punkt des Parks war das große Hafenbecken von Bremerhaven, in dem Schiffe automatisch bewegt wurden.
Die Modelle waren aus Holz, Plastik und Stahl hergestellt und Wind und Wetter ausgesetzt. Dies hatte ständige Pflegearbeiten zur Folge, da unter anderem auch die Luftverschmutzung des nahen Ruhrgebiets den Modellen zusetzte. So musste nach wenigen Jahren z.B. die Würzburger Residenz komplett neu erstellt werden. Insgesamt rechnete man mit einer maximalen Lebensdauer von 8 Jahren pro Modellbau und bei den großen Modellen mit jährlichen Wartungskosten von damals je rund 40.000 DM (ca. 20.000 €).

Ab April 1968 ergänzte ein Autokino das Angebot, schnell gefolgt von einem Restaurant und einem Hotel. Minidomm wurde ein Besuchermagnet und konnte schon 1972 die anderen europäischen Freizeitparks mit 1,7 Millionen Besuchern abhängen. Zu diesem Zeitpunkt waren weitere 9 Millionen DM (4,6 Millionen €) investiert worden. Neben dem Modellbau gab es weitere Attraktionen für die ganze Familie wie Bogenschießen, Minigolf, Puppentheater, Spielplatz und Zeichentrickfilme. Ab Mitte der 70er Jahre kamen vermehrt Bauten der europäischen und nordamerikanischen Geschichte hinzu.

Mitte der 80er Jahre bis 1992
Das Konzept des Parks war bis etwa zur Mitte der 80er Jahre weiterhin sehr erfolgreich. Für den letztendlich doch erfolgten Niedergang des Parks sollen mehrere Gründe verantwortlich sein. Zum einen stand inzwischen bei Freizeitparks der Eventcharakter im Vordergrund, auch sollen fehlende Erweiterungsmöglichkeiten, abgelehnte Bauanträge und finanzielle Schwierigkeiten dazu beigetragen haben. Will Dommel gab die Parkleitung 1987 an seinen Sohn Georg weiter und verstarb im Jahr 1988.

Am 31. Oktober 1992 wurde Minidomm kurz nach dem 25. Geburtstag geschlossen. Die Modelle sollen an Privatpersonen versteigert, bzw. verschrottet worden sein. Der Bereich des Autokinos ist heute mit Bürogebäuden, einem Hotel und einer McDonald's-Filiale bebaut. Das Gelände des Miniaturparks dient als Parkplatz, bzw. ist Freifläche, an deren nördlichem Abschnitt wenige Reste erhalten blieben.

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